Donnerstag, 24. Mai 2012

Finn 23 Monate, Jona 2 Monate

Unglaublich wie schnell die Zeit mit 2 Zwergen vergeht.
Seitm Tag der Arbeit (1.Mai für das nicht-arbeitende Ignoranten-volk) arbeitet Florian wieder halbtags.
Hab mich doch recht davor gefürchtet, wie ich denn zurechtkommen soll mit den 2 Schreihälsen, kann jetzt aber verkünden, dass es zwar sehr anstrengend aber durchaus bewerkstelligbar ist.
Jona macht in der früh noch ein Nickerchen während wir frühstücken. Dann pack ich Jona ins Tragetuch und Finn und ich gehen entweder in die Steyrer Spielgruppe, wir treffen eine Freundin (mit deren Kind, eh klar, Freundinnen ohne Kind sind um diese Tageszeit leider nicht verfügbar) oder wir suchen Schafe, Ziegen, Kühe, Hasen, Würmer, Katzen, Vögel in der Umgebung. 

Schwierig wirds nur dann, wenn wir an Regentagen nicht draussen unterwegs sind und Jona im Gitterbett niedergelegt werden soll. In unserer Wuziwuzi-winzig-Wohnung (Schlafzimmer ist glz. Flo's Büro, Küche ist glz. Jona's Schlafzimmer), ist das nicht so einfach: Ich erklär Finn, er solle doch bitte 10 min fernsehen da ich Jona in den Schlaf begleiten muss. Er: "Jaja Mama. Okay. Okay." Doch 4 Sek. nachdem ich bei der Tür draussen bin, schreit er schon lauthals 'Mama. Mama' als ob weiss Gott was wäre. Also zurückrennen, Grosskind in die Schranken weissen, er soll gefälligst ruhig sein und erneuter Versuch.
(M)ein Baby zum Schlafen zu bringen ist so schon nicht einfach. Die Königsklasse ist es jedoch, Baby niederzulegen wenn daneben Grosskind wütet weil sein Keks zerbrochen ist oder herzzerreissend flennt, weil er sich den Kopf gestossen hat, als er versucht hat, unterm Schreibtischsessel durchzukriechen. 
Jona schliesst also gerade friedlich die Augen, da kriegt Finn im Nebenzimmer einen Tobsuchtsanfall. Daraufhin kriegt die Mama einen Tobsuchtsanfall und dann schlaft sicher niemand mehr bei uns im Haus. So geht das dann bis endlich Mittag ist und der erlösende Papabär bei der Tür reinschneit :) willkommen bei uns zuhaus.

Meine Mutter, die ja nebenan wohnt, ist oft so verstört von den 2 gleichzeitig schreienden Kindern, dass sie vor lauter 'Ich weiss jetzt auch nicht wie ich da helfen kann' anfängt, ungefragt unsere Küche zu putzen - ein netter Nebeneffekt. Der Freund meiner Mutter, auch nebenan wohnend, traut sich sowieso nur rein, wenn er wirklich absolut zu uns muss weil er ganz dringend was braucht...

Ich denk mir schon (SEHR!) oft, was Ganztagsmütter zu leisten haben und wie verwöhnt ich eigentlich bin und wie gut es mir geht! Meine Mutter kocht fast jeden Tag für uns mit, wir haben gerade eine Putzfrau rekrutiert, Florian ist als Halbzeit-dad oft nachmittags mit den Jungs unterwegs. Ich muss mir gerade mal selbst die Zähne putzen und duschen. Und halt die Kinder versorgen. Und TROTZDEM komm ich ausser den Kindern zu fast nichts! UND bin zusätzlich abends, wenn gegen 21-22:00 dann alle unter 10-jährigen im Haus schlafen, so fertig, dass ich mich kaum noch rühren kann, nur noch wohlig murre wenn Flo mir die Füsse massiert und dann wegschlafe... Wie kommt das? Wie schaffen die meisten anderen Vollzeit-Mütter Kinder, Haushalt, Aktivitäten, Administratives, Einkaufen und schauen dabei noch wie ausm Ei gepellt daherkommend aus? (Ich werd am Tag so oft angespieben oder als Finn's Rotznasen-Abwischfetzen missbraucht, dass ich beschlossen habe, nur 1 T-shirt/Tag anzuziehen weil ich sonst 5/Tag brauchen würde, schminke mich nie - gut dass hab ich auch schon vor den Kindern nur an Festtagen gemacht und rieche ob der wöchentlich wiederkehrenden Brustentzündungen wahlweise nach Topfen oder Kraut - mmmhhh yumm!!)
Trotzdem bin ich stolz auf mich, auf uns. Ich finde Florian und ich meistern unser Chaos super und dank Florian und Finn schaffen wir es auch immer wieder, über unser zZ doch recht spezielles Leben zu lachen.

Was hat sich sonst getan dieses Monat?
Die wohl grossartigsten von allen grossartigen Neuigkeiten: Jona hat sein betreutes Schlafen an den Nagel gehängt und schläft jetzt, wie ein Grosser, schon richtig brav und super und manchmal sogar durch!!! Vielleicht liegts am neuen Gitterbett, vielleicht daran dass Jona in die Küche ausquartiert wurde weil er mich nächtens mit seinem Grunzen und Raunzen zu oft unnötigerweise ausm Schlaf gerissen hat, vielleicht liegts einfach an Jona - aber er schläft! Bis zu 6h am Stück! Ich bin so stolz auf unseren kleinen Zwerg und dankbar!!
Und Finn - ja der redet wie ein Wasserfall und wird in 1 Monat zwei Jahre alt!!!!!

Meine Stimmung zum heutigen Blogeintrag: Yes we can!

Freitag, 27. April 2012

Finn 22 Monate, Jona 1 Monat: Das 1.Monat zu viert






'Das 2.Kind rennt einfach mit.'
'Wirst sehen, der schlaft sicher total brav. 2x passiert euch das nicht.'
'Die 2.Kinder spüren das, dass die Eltern nicht mehr soviel Zeit zum Rum-scheissen mit den Kindern haben und passen sich an - der wird sicher total pflegeleicht.'
'Ihr seits ja auch viel erfahrener und sicherer - es wird alles gut werden.'

Solche und ähnliche Sprüche bekamen wir von wohlmeinenden Verwandten und Bekannten in den Wochen und Monaten vor Jona's Geburt sehr oft zu hören. Auch selbst dachten wir, dass es ja, schon allein statistisch gesehen, beinahe unmöglich wäre, nochmal so ein schwieriges weil viel weinendes und schlecht schlafendes Kind wie Finn eines war, zu bekommen. Die Karten sind neu gemischt - neues Baby, neues Glück.

Naja, in der Realität schaut es so aus: neues Baby, neue schlaflose Nächte!
Jona scheint zwar insgesamt ein entspannteres Baby als Finn zu sein, weint (bis dato) weniger und chillt auch manchmal nur vor sich hin, aber was das Schlafen betrifft (DAS Nr.1 Thema unter Eltern, da es einfach dermaßen auf die Psyche und den allgemeinen Wohlbefindlichkeitszustand schlägt, wenn mann und frau Nacht für Nacht zusammengezählt auf 3-4h Schlaf kommen.) steht Jona seinem grossen Bruder um nichts nach. Wir nennen es 'betreutes Schlafen' oder BS.

Am liebsten schläft er im Tragetuch oder auf uns liegend. Wenn es auf Insistierung der Eltern der Stubenwagen sein muss, soll letzerer am besten permanent geschoben werden oder das Popscherl im rhythmischen Takt von Mam/PaP-a geklopft werden. Jona schläft dann gnädigerweise (weiter), nur Mam/PaP-a kommen vor lauter Schieben und Klopfen nicht zur Ruhe.
What the fuck???? Wieso gibts Kinder, die man nachm Stillen in ihr Betterl zurücklegt und die dann ruhig weiterschlafen?? Wieso verirrt sich eigentlich nie so ein Kind zu uns ins Haus? Was haben wir in unserem vorigen Leben verbrochen, dass wir nochmal 1 Jahr schlaflose Nächte verdient haben??

In Jona's 1.Lebenswoche waren wir noch total siegessicher. Jona lag stundenlang im Stubenwagen und gab kaum einen Mucks von sich. Ich musste ihn zum Stillen regelrecht wecken. Wir dachten 'JACKPOT' - den behalten wir uns. Er war so ruhig, dass ich manchmal sogar vergass, dass wir ein 2.Kind bekommen hatten. Ab Woche 2 gings dann schlaftechnisch bergab und mittlerweile schieben Flo und ich abwechselnd Nachtschicht um Jona zu betreuen und um dem jeweils anderen ein wenig Schlaf zu gönnen. Flo tigert heroisch wie ein streunender Strassenkater Nacht für Nacht um Mitternacht aus der Küche (wo er, Stubenwagen schiebend, arbeitet), ins Wohnzimmer zum 2.Teil der Nacht mit Jona und gegen 4 ins Schlafzimmer, um dort 2.5h wohlverdiente Nachtruhe zu geniessen, bis ihn Finn um halb 7 aus den Federn reisst.

Soweit, so gut. Wir trösten uns mit dem Wissen, dass alles einmal vorbeigeht und wir spätestens 2013 wieder zu etwas mehr Schlaf kommen werden, dass Schlaf generell überbewertet wird und wir wahrlich schlimmere Probleme (ein krankes Kind, 2 schlecht schlafende Kinder, usw.) haben könnten.

Noch ein paar Worte zur Geburt: Sie war traumhaft! Mein waghalsiger Plan, Jona im Hebammen-Geburtshaus in Wien zu bekommen, ist geglückt! Wir warten noch auf die Strafzettel ob der 180km/h, mit denen Florian (mit mir in starken Wehen auf der Rückbank brüllend) nach Wien gerast ist. Meine Hebamme hat uns ganz lieb empfangen, ein warmes Bad eingelassen, mir Mut zugesprochen, Florian Schinkenweckerl serviert, zum richtigen Zeitpunkt die Rettung samt Notarzt gerufen, 15 Minuten später die Rettung samt Notarzt wieder ungebrauchterweise weggeschickt und hat dann am 23.März gegen 9 Uhr abends unseren leise jammernden Jona auf unserer Welt begrüßt! Es gab eine laaaange Kuschelrunde mit Mam/Pap-a im Bett, eine ausgedehnte Fotosession und dann ab ins Doppelbett. Am nächsten Tag noch Besuch der Familie und dann heim nach Oberösterreich. Eine Traumgeburt. Ich muss sagen ich bin stolz, auf Jona und auf mich! Florian hat seine Sache natürlich auch ganz fantastisch gemacht!
Am allermeisten bin ich DANKBAR für dieses versöhnende und wunderschöne Geburtserlebnis.

Das 1.Monat zu viert war gut. Nicht fantastisch aber auch nicht grottenschlecht-furchtbar.

Finn ist ein vorbildlicher grosser Bruder, herzt und busselt seinen Bruder. Gut, manchmal steckt er ihm (versehentlich!) den Schnuller ins Aug statt in den Mund, aber es ist der Wille, der zählt, nicht wahr?
Nur beim Thema Stillen zeigt er ab und zu Eifersuchtsanzeichen. Auch wenn er müde/hungrig/grantig (oder alle 3 zusammen) ist, gibt er uns mit 'Jona - heiti - Papa' zu verstehen, dass Jona auf Flo heiti machen soll, damit die Mama frei wird und er mit Mama kuscheln kann. Alles kein Thema, solang der Papa da ist. Bin ich allein mit beiden unterwegs, kanns schon mal harig werden, wenn beide Buben gleichzeitig was von mir wollen, denn teilen kann ich mich nun leider nicht.

Überhaupt sind Ausflüge mit beiden Buben für mich noch etwas nervenaufreibend. Wenn Finn für 2 Meter im Park 20 Minuten braucht, weil er jeder Ameise am Boden einzeln hallo sagen will, während sich Jona im Kinderwagen die Seele ausm Leib brüllt und Jenti trotz Leine einen anderen Hund anfällt, dass sich Leine, Kinderwagen, die Hunde und ich in einen grossen Knäuel verstricken, kann man schon mal unrund werden. Aber gut, da muss ich wohl durch und in diese Herausforderung werd ich wohl oder übel hineinwachsen müssen...Wäre doch gelacht, andere haben ja auch schon 2 oder mehr Gfraster gross gezogen...

Noch ein Wort zur Ähnlichkeit: wir finden die 2 Jungs sind sich gar nicht sehr ähnlich. Finn hatte einen Riesen-vollmondförmigen Schädel mit bisl blondem Haarflaum, Jona hat ein längliches Gesicht und trägt dunkelbraune Haarpracht. Finn war stämmiger als Neugeborener, Jona ist insgesamt einwenig zarter. Jona isst sehr viel und kackt 1x/Woche, Finn kackte als Neugeborener bei jedem Stillen, sprich alle 2-3 Stunden! (too much detail?)

Finn kommt uns seit Jona's Einzug wie ein Teenager vor, so gross ist er plötzlich! Er ist ein süßer kleiner Bengel. (In einer größeren Gruppe) noch immer ruhiger und introvertierter wie die anderen Kinder, aber zuhause ein Sonnenschein, der viel lacht und euphorisch seine Welt erobert. Seine Lieblingsworte zur Zeit sind Wasser (er pritschelt für sein Leben gern und springt in jede Lacke), 'mal' (was für 'nochmal' steht, wenn ihm ein Lied oder ein Spiel oder ein Buch besonders gefällt) und 'bitte' (verwendet er, wenn er was möchte. Leider auch für wenn er einen Hahn krähen oder Feuerwehrsirenen hört, weil er glaubt, er kann durch sein Bitte den Hahn oder die Feuerwehr erneut zum krähen / sirenen ermutigen - wobei er hier egelmässig enttäuscht wird...)

Alles in allem gehts uns gut. Florian und ich freuen uns, wenn wir mindestens 1x/Tag herzhaft lachen können. Wir versuchen uns einwenig Zeit für Zweisamkeit im Kinderherumschleppen, Kinder wickeln, Kinder füttern, Kinder füttern-Chaosalltag abzuzwacken. Wir versuchen die Ruhe und unseren Humor zu bewahren, was besondern mir leider oft nicht gelingen mag. Und wir versuchen uns auf das Positive zu konzentrieren in dieser zugegeben nicht sehr einfachen Zeit: Wir haben die Oma nebenan, die uns mittags ein warmes und köstliches Bio-Essen serviert und die uns mal die Buben abnimmt. Wir haben eine supertolle Wohnung gefunden, die wir im Sommer beziehen dürfen. Wir sind gesund und haben 2 wunderbare, gesunde Kinder. Und wir haben einander. Das ist mehr als viele andere behaupten können und wir sind sehr dankbar dafür!

Montag, 16. April 2012

Finn 21 Monate und Jona's Geburtstag


Und dann waren sie zu viert
Seit 23.März haben wir nun 2 Kinder. Daher auch keine weitere Wortspende, bis wir wieder etwas Luft haben und sich alles einwenig eingespielt und die Familie sich neu-geordnet hat.

Montag, 12. März 2012

Ein 3. Kind?

Fragt mich mein Mann neulich, ob ich ein 3. Kind wollen würde (Betonung auf Konjunktiv). Eine etwas eigenartig anmutende Frage, wo noch nicht mal das 2. auf der Welt ist, oder?

Florian ist sich da ja recht im klaren, zumindest mit sich selbst: Nicht mehr Kinder im Haus als Erwachsene. Zwei reichen also voll und ganz.

Bei mir ist die Beantwortung dieser Frage doch etwas diffiziler und schwankt von 'Ich will eigentlich gar keine Kinder' (well, I guess a little too late for that...) und 'Ja, ein 3. Kind kann ich mir schon vorstellen'.

Diese sehr launenhafte Einstellung zum Thema Kinder-haben und -wollen war bei mir eigentlich immer schon da. Als Au-pair wollt ich überhaupt keine Kinder. Kinder waren für mich das allerletzte. Dann kam irgendwann die Zeit, wo man sich halt denkt, ja irgendwann werden wohl Kinder kommen. Und da wir mit einer Fruchtbarkeit gesegnet sind, die ihresgleichen sucht, kenn ich auch diesen sehnlichen Kinderwunsch nicht, den viele in meinem Umkreis jahrelang hegen, bis sich der Nachwuchs endlich einstellen will. Unsere 2 Buben waren praktisch über Nacht einfach 'da'. Obwohl ich jetzt Mama bin, würd ich mich nicht als kinderlieb bezeichnen. Fremde Kinder dulde ich mehr, als dass sie mich interessieren.

Für mich ist Kinderhaben die größte und schwerwiegendste Veränderung und Aufgabe in meinem Leben. Ein Fluch und ein Segen zugleich.
Vor Finn lag mir die Welt zu Füssen. I had it all. Ich war frei und flexibel, hab die Welt erobert, mich beruflich etabliert und wohl gefühlt. Ich glaub schon, dass es für mich und 'meinesgleichen' schwerer ist, plötzlich Mutter zu sein, als für eine 20-jährige, die noch nie aus ihrem Dorf rausgekommen ist, die praktisch vorprogrammiert war auf 'Hauptschule, Lehre, heiraten, Kinder kriegen'. Dass ich jemals freiwillig nach Steyr, 'aufs Land' zurück ziehe, wer hätte das gedacht? Ich am allerwenigsten. Eltern werden machte uns von einem Tag auf den anderen erwachsen. Ob wir wollten oder nicht, plötzlich gings nicht mehr nur um uns und möglichst viel Spass und Abenteuer im Leben, sondern wir hatten und haben nun Verantwortung für ein klitzekleines Lebewesen, das wir in die Welt gesetzt haben. Wohl die größte Verantwortung, die ein Mensch haben kann.

Zurück zur Ausgangsfrage:

NEIN - kein 3. Kind!!!
Super, dass uns die 2 Buben so knapp nacheinander gelungen sind und wir somit irgendwann 2013/14 ausm Gröbsten heraussen sind. Dann simma noch nicht zu alt, um unser Eheleben in vollen Zügen zu geniessen, zu reisen, unser Leben als Erwachsene zurückzuerobern und zu leben. (wobei mir ja schwant, dass sich auch nach 2014 sehr viel wie Urlaubsplanung, Schule usw. um die Kinder drehen wird)
Wenn ich wieder mal im Mütterchor bei 'Ringe-Ringe-Reia' oder 'Tschu-tschu-tschu die Eisenbahn, wer will mit zur Oma fahren' miteinstimme, Finn bei Hoppehoppe-Reiter oder 'Müller Müller Sackerl, die Jenti macht ein Gackerl' quietscht und jucheizt, vermiss ich mein Arbeitsleben sehr. Ich hab immer gern und gut gearbeitet und intellektuell verkümmert man schon einigermassen, wenn man die Tage mit einem Kleinkind verbringt, dessen größter Spass darin besteht, Steine die Rutsche runterzuschmeissen, sie dann wieder aufzusammeln, um sie erneut die Rutsche runterzuschmeissen, manchmal 50x hintereinander. Abends bin ich einfach so erledigt, dass ich kaum Kraft hab, ein Buch zu lesen oder eine Freundin anzurufen. Und schon wenige schlaflose Stunden später, grüßt das Murmeltier erneut.

JA - 3. Kind

Dann gibts halt auch die Momente, wo ich vor Liebe zu meiner Familie und zu meinem Sohn zerspringen könnte. Wenn er mit seiner Puppe zu Kindermusik im Kreis tanzt oder mich streichelt und mir ein Bussi gibt, wenn ich mir wo weh getan hab. Gestern hat er mir einen Apfel ans Bett gebracht, als ich einen kleinen Mittags-power-nap machte. Oder vor kurzem, als wir beim H&M waren, hab ich ihn aus den Augenwinkeln beobachtet, wie er sich den Ständer mit Ketterl und Mädchen-Haarspangerl ganz genau angesehen hat. Jede Kette hat er einzeln angeschaut, angegriffen, hin-und her gewendet und sich gefreut wie ein Osterhase. oder er bringt mit beim Billa einen ebensolchen (Osterhasen), sagt 'Hase' und macht mit den Mund eine 'Hase isst Karotte'-Grimasse und kichert dabei.
Solche kleinen aber superfeinen Momente kann wahrscheinlich nur eine Mama nachvollziehen, aber da macht mein Herz einen Hupfer und ich bin irrsinnig stolz und dankbar über unser wunderbares Kind. Wir drei haben schon so viel geschafft und durften mit und durch Finn so viel lernen und als Menschen wachsen. Was gibt es schöneres im Leben? Wozu lebt man, wenn nicht dafür?
Neben diesen 'emotionalen' Gründen, gäbe es auch noch ganz pragmatische Gründe für ein 3. Kind: die Chance, auch noch ein Mädchen zu bekommen (oder mit 3 Buben in die Geschichte einzugehen) bzw. die oft zitierte Tatsache, dass es mit 3 Kindern angeblich leichter sein soll als mit 2.

So bald wird es wohl keine Antwort auf diese Frage geben. Sie ist ja auch sehr sehr sehr weit hergeholt. Jetzt kommt mal unser 2. Kind und dann werden wir schon sehen, was das Leben noch so an Überraschungen mit sich bringt.

Samstag, 10. März 2012

Die Ruhe vor dem Sturm

Endlich haben wir auch zuhause in einen Rhythmus gefunden. Finn und ich tummeln uns am vormittag in vielfältigen Spielrunden, dann gibts 'njam njam', gefolgt von heiti heiti. Danach Nachmittagsprogramm je nach Wetter und Laune. Abendessen. 4x Müller Müller sackerl und ab ins Badezimmer Zähneputzen. Pünktlich zum TV-Hauptabendprogramm schläft der kleine Mann (meistens). Noch den Hund schnell abend-scheissen-tragen und dann endlich, das highlight des Tages: 2h mit meinem Schatz.

Das Wetter wird wärmer, wir sind fast alle wieder gesund, Finn ist nach seinen narrischen Tagen Anfang Februar wieder super drauf und hat viel Spass mit seinen Grosseltern, Tanten, Onkeln und Kusöns und Kusinen.

Also wenns nach mir ginge, und mein Bauch nicht schon hängebauchschweinmässig am Boden streifen würde und ich mich nicht nachts kaum noch ohne fremde Hilfe umdrehen könnte, könnte es gerne so weitergehen wie es zur Zeit läuft. Und irgendwie haben Flo und ich auch das Gefühl, es geht so weiter. Dass wir bald ein Neugeborenes im Haus haben werden, ist (noch!!) total unwirklich. Sicher, die Krankenhaustasche ist schon 3x ein-aus-eingepackt, Namen gibts in Hülle und Fülle zur endgültigen Auswahl am Tag x, Babystrampler in Größe 50-56 liegen bereit, der Stubenwagen steht erwartungsvoll und frisch beleintucht im Wohnzimmer, sogar eine Taufpatin haben wir schon!

Wir wissen nicht ob wir uns fürchten oder freuen sollen auf das, was bald kommt. Also tun wir irgendwie keines von beiden und lassen es einfach auf uns zukommen. Auch wenn wir manchmal darüber reden, wie es werden wird, wirklich vorstellen können wir es uns eh nicht, wie es mit 2 Babies im Haus funktionieren wird. Wie werden die Nächte sein? Wie wird Finn reagieren? Wie werd ich es schaffen, beiden gerecht zu werden? Wird auch noch Zeit für uns als Paar über bleiben? Das fürcht ich eigentlich am meisten: die hart erkämpfte und lang ersehnte Freizeit wieder einzubüßen. Wieder völlig, komplett und zu 150% im Babysumpf zu versinken.

Aber gut, egal wie tiptop wir auf das bevorstehende Ereignis nicht oder schon vorbereitet sind, es WIRD passieren and its inevitably gonna hit us like a rock in the face. Und dann werden wir es so halten, wie bisher in unserer crazy Zeit als Jungfamilie: one day at a time.

Donnerstag, 1. März 2012

Finn 20 Monate




Seit 1 Monat sind wir nun schon wieder in Österreich. Vorgestellt hatte ich mir diese erste Zeit als ruhig, entspannend, ankommend, gemütlich. Leider traf sich das mit der Realität so gar nicht. Das Auspacken dauerte fast das gesamte Monat. Das Wetter war schweinekalt sodass wir mit Finn kaum hinauskonnte, nochdazu wo er eh so ein Geh-fauler ist und somit sehr schnell zum Eiszapfen mutieren würde.

Das Schlimmste war allerdings das viele Krank-sein: Zuerst hatte Finn einen schlimmen Durchfall-Virus, der uns 2 Horror-Tage im LKH Steyr bescherte. Sogar Jenti hatte (laut Tierarzt) Halsweh und musste mit Schi-touren gehen pausieren. Dann war Florian ziemlich krank und als es bei ihm langsam bergauf ging, fings bei mir an. Krank und hochschwanger bin ich im Selbstmitleid zerflossen. Danke an meinen Superman-Ehemann und meine Mutter, dass wir diese anstrengenden Wochen gemeinsam überstanden haben - ohne deren Hilfe wär gar nichts mehr gegangen.

Jetzt wo wir alle so mehr oder weniger gesundet sind, kommt Gott sei Dank der Frühling. Und last but not least unser 2.Kind! Der Countdown läuft - keine 3 Wochen mehr bis zum D-Day! Finn gibt dem Babybauch fleissig Bussis und cremt ihn morgens liebevoll ein. Auch seines Bruders Stubenwagen hat er schon probegelegen. Nehm ich aber seine Puppe Anton ins Tragetuch (üben üben üben) - begehrt er mit den Worten 'gagen!!!!' (=tragen) lauthals und wippend die kleinen Ärmchen in die Luft streckend auf. Bin gespannt, wie das alles werden wird, die geplante Geburt im Wiener Geburtshaus, Finn als großer Bruder, die Nächte mit einem Neugeborenen, nebenbei Wohnung/Haus suchen, etc.
Ich kann es kaum erwarten, nicht mehr schwanger zu sein, nicht weil ich Neugeborene so klass find, sondern weil ich (hoch)schwanger sein so 'un-klass' find. Aber gut, es stimmt schon auch, dass wir uns freuen, den kleinen Mann kennenzulernen und in unserer Familie begrüßen zu dürfen!!

Freitag, 3. Februar 2012

Finn schläft mit 19 Monaten zum 1.x in seinem Gitterbett



Der Jänner war kein feines Monat für den kleinen Mann (siehe Eintrag 'Umzug'). Es war kalt, Finn war um den Jahreswechsel wieder bisl krank (a propos Jahreswechsel - diese Schiesserei zu Silvester gehört genauso verboten wie Rauchen in jeglichem öffentlichen Bereich! sowas von scheiss sinnlos! Ich kam mir vor wie im Krieg, ein Böller nach dem anderen hat die hoffnungslose Floridsdorfer Jugend vor unsere Schlafzimmerfenster geschmissen, und das vom späten Nachmittag an bis weit nach Mitternacht - WTF??? mit ständig aufweinendem Kind fiel mir viel mehr auf, wie elendiglich diese Schiesserei eigentlich ist) und den Rest des Monats gabs nichts ausser essen, schlafen, packen, essen, schlafen, packen.
Es war für uns Eltern anstrengend, keine Frage. Aber mindestens ebenso anstrengend war dieses Monat für unseren kleinen Mann, v.a. psychisch.
An seinem 19.-monats-Geburtstag ist Fam. Morrenth jun. in ihrer neuen Heimat im schönen Garsten, OÖ eingeritten. Für uns alle beginnt ein neuer Lebensabschnitt.