Die Kurzversion des 8-Wochen Blogs, für Wolfi und Konsorten: Finn isst, schlaft, sieht, hört, furzt, kackt und bewegt sich besser! Mama und Papa sind noch immer müde und Jenti jagt nach wie vor allem nach, was 4 Beinen hat (sie hat vorgestern den Streichelzoo in Oberlaa gehörig aufgemischt, zu Freuden der Mütter mit ihren Kleinkindern, die erschrocken geflüchtet sind, bevor der kleine Kevin und die kleine Jennifer mitbekommen, wie unser Hund ein Kanickl dabeutelt....
Die Langversion:
Seit Ende Juli sind wir in Österreich. Zuerst 2 Wochen bei den Steyer-Grosseltern, jetzt 2 Wochen bei den Wiener Grosseltern, dann noch kurz ins grüne herz Österreichs und dann in den Süden zu unserem 1.Familienurlaub nur zu viert.
Auch wenn ich meine Freundinnen oft angejammert hab, dass Finn halt so gar nicht gross werden will und er noch immer kaum was macht ausser schlafen, essen, kacken und wenn er wach ist weinen, hat sich doch sehr viel getan darf ich voller Freude und auch einwenig Stolz verkünden.
Zuallerst ist Finn in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen wurden. Unser Täufling wurde an unserem 1-jährigen Hochzeitstag in der Pfarrkirche St.Ulrich getauft. Pate Klaus hat seine Sache gut gemacht und Finn's Kopferl nicht gegen das steinernen Taufbecken prallen lassen und Finn war, im Marsupi von Papa getragen, vorbildlich und hat alles verschlafen. Erwähnenswert ist die Heiligenanrufung, bei der jeder seinen Heiligenpatron um seinen/ihren Segen für Finn bittet à la 'Heiliger Florian, bitte für ihn'. Mein Papa im tiefsten oberösterreich 'Heiliga Koarl, bitt für eam'. und Uli's Mann Heinz wusste nicht so recht und meinte dann verschmitzt 'Heiliger Heinz, bitte für ihn' ;)
Was kann der kleine Pupsbär nun denn alles mehr als noch als 4-Wöcher:
* Fürs erste hat er am 27.Juli zum ersten mal gelächelt. Die Lächler werden jeden Tag mehr, länger und herzerweichender! Alle jungen Eltern schwärmen ja vom 1.Lächeln ihres Zwerges, das ist bei uns nicht anders. Da füttert und wickelt man wochenlang so einen kleinen Zwerg der wie ein Leberkäs in der Gegend rumliegt und sonst nix tut und plötzlich lächelt einen der Leberkäs an. Besser gehts fast nicht!
* Mit dem Lächeln geht das Schauen und Sehen einher. Er erkennt Mama und Papa Gesicht (auch wenn wir uns manchmal aufgrund von obskurer Kopfhaltung in sein Gesichtfeld schieben müssen) und seit ein paar Tagen beschäftigt er sich gut 1-2 Stunden mit seinem über ihm hängenden Mobile, schlägt danach, redet mit ihm und hat gestern zum 1.mal ein Mobile festgehalten.
* Er kackt weniger und lässt leichter Püpse, übersetzt heisst das er hat weniger Blähungen. Hurra! Das wovor sich junge Eltern am meisten fürchten, Koliken und Anfälle wo sich das arme Bäby krümmt vor Bauchschmerzen und man kaum was tun kann, geht dem Ende zu. Die nächtlichen Püpsattacken werden immer seltener und Finn furzt/püpst/schoast wie ein Weltmeister.
Und wie gehts den Eltern:
Die Nächte sind nach wie vor das Härteste am Elternsein. Obwohl wir mit Finn gegen 9 Uhr abends schlafen gehen, kommen wir oft auf keine 6 Stunden Schlaf und die niemals am Stück. Florian aka Baby whisperer versucht sich im Baby in den Schlaf singen doch leider singt er oft mehr mich als Baby in den Schlaf. Ein etwas ausgefeilterer Approach beinhaltet die visuelle Einschränkung von Finn's Gesichtfeld indem Florian Finn's Gesicht mit seiner Hand bedeckt, wodurch er doch glatt des öfteren mal einschläft. Man könnte auch sagen Finn ist wie ein Papagei, dem man ein Deckerl übern Käfig zieht. '
Stichwirt (online) shoppen: Da ich mir den kleinen Mann circa alle 3 Stunden zur Brust nehme, ist Zeit 'draussen' ohne Baby mehr als kostbar und gar etwas sonderbar. In Steyr durfte ich 2mal nach dem Stillen Baby bei (meiner) Mama lassen - bin wie ein Pfitschipfeil in die Stadt geradelt und statt 1-2 Dinge, die ich brauche, zu besorgen, hab ich gleich alles mitgenommen, was es halt so gibt beim BIPA, DM, Billa, H&M und Ennsthaler. Hab die volle Einkaufssucht entwickelt, weil eine stillende Mama ja nie weiss, wann sie wieder ausser Haus kann...;)
Oft komm ich mir vor wie die allwissende Stillhalde: 'vor dem Stillen ist nach dem Stillen' aber das mag sich eventuell bald ändern, wenn die Melede Milchpumpe ankommt.
Seit dem wir in Österreich sind beschäftig ich mich sehr viel mit Babyerziehung. Bücher die behaupten nach dem Schlafen soll das Baby Spielen und dann Schlafen, wir hingegen haben eher die Essen und dann Schlafen-methode praktiziert (bzw. ist sie uns passiert und so scheint er auch länger unter tags zu schlafen). Oft bin ich ob gut gemeinter Ratschläge schon so verwirrt dass ich mich nicht mehr auskenn. Viele sagen uns wir verscheissern ihn zu viel, weil wir ihn ständig herumtragen. Dabei wird gerne meine Grossmutter väterlichterseits zitiert 'Vadau sans glei. Nimms net soviel zuwa'. Oder meine Mutter die meinte, sie hätte nicht soviel Zeit gehabt, uns als Babies umadu zu schleppen. Immerhin wurde hausgebaut und sie musste einen Haushalt führen. Also ging sie schon mal in den Garten oder zum Nachbarn wenn wir gar zu arg schrien. Das stärkt die Lungen und Babies müssen sich eben ausschreien.
Da kommen wir mit unserer Argumentation dass an ein Baby bis zu 6 Monaten gar nicht verwöhnen könne und dass es mehr braucht als Milch und Windeln oft nicht sehr weit. Flo und ich glauben jedenfalls dass das ständige Kümmern um unseren Sohn, das viele Herumtragen und das ihn nicht weinen lassen sein Urvertrauen stärkt und ihn so zu einem ausgeglicheren und zufriedenen Baby machen wird. Die Conclusio nach vielen Erziehungsdebatten ist jedenfalls immer: Muss eh jeder selbst für sich entscheiden. Gross werden sie dann doch alle.
Die Zeit in Steyr mit Familie und Freunden hab ich sehr genossen. Es ist schön von der eigenen Mama bzgl. Babyaufzucht was zu lernen und viel Zeit mit meinen Eltern und alten Freundinnen (Claudia und Uli) im grünen zu verbringen. Ich fürchte mich doch einwenig vor der baldigen Rückkehr nach Brüssel und denke oft daran, wie das werden soll, wenn ich wieder zurück in die Arbeit gehen soll.
Oft denke ich an die Worte meines Schwagers Christian, dessen Antwort auf meine Frage was denn sein Geheimtipp zu den ersten schwierigen Monaten mit Baby wäre 'eine starke Frau' war. Ich würde gerne diese starke Frau sein und bemüh mich auch, aber die chronische Übermüdung, der Schlafentzug, das Weinen und Schreien, das ständige ihn Herumtragen müssen, die Verspannungen und der völlig geänderte Lebensstil setzen mir doch nach wie vor recht zu.
Würde ich, rückblickend, lieber kein Kind und mein altes Leben zurückhaben wollen? Nein, auf gar keinen Fall. Finn ist wunderbar und ich bin megahappy über unsere kleine superfeine Familie. Ich hab total viel Glück, Florian, Finn und Jenti zu meiner Familie zählen zu dürfen. Wir machen halt in Babyschritten weiter und schlagen uns durch. Was einen nicht umbringt, eh schon wissen. Aber ab und zu eine 'Pause-taste' für 1 Nacht oder so wär schon sehr fein! ;)
PS: Auch über unser 1.Kind gibts was zu berichten:
Jenti ist zum 1.mal geschwommen!!! Beim 1.mal musste ich einwenig 'nachhelfen', beim nächsten mal hat sie das Steckerl schon freiwillig aus den Fluten der Steyr geschwommen.
1 Kommentare:
Das ist einmal ein sehr realistischer Baby Bericht. Sehr schön! Und was den Finn angeht nachdem ich ihn IRL erleben durfte... Ja, er ist das süßeste Baby... Wie die Eltern!
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