Mittwoch, 24. November 2010

Finn ist 5 Monate - a Waunsinn





Puh - wieder ein Monat überstanden.

Finn's 5.Lebensmonat auf Planet Erde war vorwiegend gekennzeichnet von vielen coolen Besuchen im Hause Morrenth und von einer Reise nach Berlin:

* Matias (aus Argentinien) und seine polnische Zukünftige (zukünftige Polin?) haben uns ein Wochenende beehrt.
* Dann gleich drauf Wesley, der Amerikaner ist und in Budapest lebt. Er hat Neuhaus Trinkschoko mitgebracht - gotta love him / it.
* Auch Asia, meine polnische Freundin, die mit ihrem Kiwi-Mann hinter den 7 Bergen in Schottland lebt, flog für 48h ein. Sie brachte Finn Lammfellstieferl mit, feine Schoko aus Schottland (weil Schottland für Highland-Schoko so bekannt ist...hihi) und mir eine Kaffeetasse, damit ich in Zeiten mit Säugling was hab, was nur mir gehört. (Dieser Gedanke habe ihr bei ihrem eigenen Kolikbaby Maia sehr geholfen...naja ich weiss nicht ob mich eine Kaffeetasse über schlaflose Nächte hinwegzutrösten vermag) Ich fühlte mich übrigens sehr geehrt, weil sie die erste Nacht ohne ihrem kleinen Mädchen seit 15 Monaten mit uns verbrachte.
* Dann kam grosser Besuch aus Österreich - die Steyr Oma reiste mit dem Inter-City über Köln an. Sie schmiss 1 Woche Kind, Hund und Haushalt und meinte dann bei der Abreise, die Zeit mit uns wär für sie wie Urlaub gewesen. Wie machen das die Omas?
* Auch Onkel Klausi kam aus Nizza eingeflogen, um sein Patenkind zu bestaunen. Wo er im Sommer dem kleinen Wurm noch so gar nichts Liebes hat abgewinnen können, kam er jetzt gar nicht raus ausm Schwärmen wie lieb und supersüß und fesch Finn ist. Praktisch, einen so begabten Fotografen in der family zu haben - er hat eine supercoole Fotostrecke von Finn gemacht.
Doch wir empfingen nicht nur Besuch in der Morrenth Residenz in Brüssel, nein, Finn und ich flogen auf über ein langes Wochende zu Maren, Steffen und Klein-Karolina nach Berlin. Maren, selbst Mama, passte sich total unserem etwas schrägen Tagesrhythmus an und war super entspannt. Es waren tolle 4 Tage. Beim Heimflug sassen wir knapp hinter Nina Hagen (AdR: alte deutsche Rockröhre). Sie war die einzige, die sich nicht entsetzt umgedreht und uns angeglotzt hat, als Finn fürchterlich zu bitzeln anfing - mille grazie Nina.

Die Nächte mit Finn sind leider noch immer nicht besser, oder vielleicht sogar schlechter? Ich geh nach wie vor mit ihm um 8 Uhr abends schlafen weil, so würde es Herr F. Gump formulieren 'nights with Finn are like a box of chocolate, you never know what you are gonna get': Während manche Babies in dem Alter schon 4-5h am Stück, ja, ich trau mich kaum, es auszusprechen, die ganze Nacht durchschlafen, wacht Finn in 'guten' Nächten noch 5 mal ab. Es gibt aber auch oft genug Horrornächte, wo er stündlich bis halbstündlich aufwacht, weint oder auch nicht, trinken will oder auch nicht. Wenn sich diese Nächte dann mal aneinander reihen, heul ich nachts mit ihm mit und flehe ihn und Gott an er (Finn) möge doch bitte die Pappn halten. Flo muss tagsüber oft meinen Grant aushalten, was der Arme bravourös meistert.
Das Babyphon, das wir uns zugelegt haben, damit ich nachm Finn-ins-bett-bringen im Untergeschoss noch Sachen für mich machen kann, ist somit zZ noch ein Ziergegenstand und Staubfänger. Aber: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Irgendwann werd ich auch wieder mal einen Abend für mich haben und nicht früher als mein pensionierter Papa liegen gehen. (der liest das eh nicht)
An dieser Stelle möchte ich das Elternforum www.parents.at loben, ohne dass ich schon oft heimlich ausgezuckt wär. Wenn mir wieder mal meine Osteopathin erklärt, mein Kind sei 'pas normal' (nicht normal) weil er nachts so oft busenkuscheln will oder die Hausärztin die Schuld mit siegessicherer Gewissheit aufs Einschlaf-Stillen schiebt, dann hol ich mir regelmässig Mut, Kraft und Zuspruch von den vielen Müttern, denen es ähnlich wie mir geht. Und auch auf die eigene Intuition und den Mutterinstinkt vertrau ich mehr und mehr!
Die Osteopathin hab ich angefaucht, dass ich es auch 'pas normal' fände, dass Babies mit 12 Wochen hier in die Kinderkrippe kommen, dass sie meinen Sohn osteopathisch behandeln soll und sich sonst ihren Senf sonstwo hinstecken könnte. Sie meinte dann nur 'Tun Sie halt was Sie wollen'. Wir werden uns wohl nimma wiedersehen...
Ungefragte 'Experten'meinungen (nur weil die Schwester der Oma auch Kinder hat und sie schon mal eins im Bus oder im Fernsehen gesehen hat glauben manche, sie können Ratschläge verteilen) sind wirklich das allerletzte, was eine junge Mama brauchen kann, doch ist wohl keine neue Mama vor ihnen gefeit.
Ein negatives highlight war als wir mit Finn bei einer Baby-Psychotante waren (während seiner Schreizeit) und sie uns für den Rat 'Vielleicht will er ja einen Schnuller?' 130 Euro abgeknöpfte. Anderen Müttern schenk ich jedenfalls viel mehr Vertrauen als diesen eh-keine-Kinder-haben-aber auf schwierige-Situationen-einfache-Antworten-habenden-möchte-gern-Alleswisser.

Sonstige highlights:

* Finn hat an einem Apfelstück gesaugt, ein Stückel abgebissen und verschluckt. Beim Runterschlucken hats ihn gscheit gekratzt und ich hab mich schon ihn beatmen gesehen oder ihn an den Füssen baumelnd am Rücken hauened. Doch wir wissen das Apfelstück blieb nicht stecken: Wir fanden es am nächsten Tag unverdaut in seiner Windel ;)
* Seit vorgestern sind wir alle in Oberösterreich, wo wir Oma's Kochen und den Garstner Adventmarkt geniessen. Die Reise war wie immer anstrengend - Flo & Jenti mit dem Skoda durch halb Europa, ich mit Finn im Flugzeug (der kleine Mann ist ja schon ein Frequent Flyer wie die Mama- 7 Flüge in 5 Monaten - daweil hasst er es wie die Pest. Ich sag nur soviel, es gab wohl niemanden im Flieger, der nicht wusste (hörte), dass ein Baby an Board war. Liebe Mitmenschen: Früher hab ich schreiende Babies und deren Mütter im Flugzeug auch naserümpfend maximal mit einer Zornesfalte quittiert. Heute bitte ich euch: Habt Mitleid! Vor allem mit den Müttern - sie versuchen ihr bestes. Aber Babies kennen leider noch keinen code of conduct und lassen sich auch nicht bestechen...
* Finn ist offiziell, ich zitiere Herrn Wolfgang K. kein 'Engerling' mehr: er wird immer zum Anbeissender, lacht und kudert, kriegt Haare und ein superhübsches Gesicht. Nur Füße hat er kurze und dicke, mein die Steyr Oma, aber dass er bei den Eltern kein Riese wird, war eh zu erwarten.
* Was kann er neu? Er sitzt schon recht brav gestützt, hechtet sich nach links und rechts wenn er was sieht, was er haben will, reisst der Jenti Haare aus, wenn er sie am Fell erwischt, dreht sich ab und zu vom Bauch aufn Rücken (noch nie umgekehrt) und gibt die verschiedensten Geräusche von sich. Das was er aber zur Zeit am aller aller besten kann ist sabbern wie ein Lama! Wir haben einen Lätzchenverschleiss der sich sehen lassen kann weil Finn permanent Spucke wie einen Wasserfall aus dem Mund rinnen lässt. Prost.
* Eine Ära ist zu Ende: Die Zeit wo Flo und ich alleine in Brüssel Hund, Kind und Haus operieren, ist vorbei. Ab Jänner kommt eine neue Komponente hinzu, nämlich dass ich 4h/Tag ausser Haus bin. Hab ich mich im Sommer oft danach gesehnt, ins Büro zu gehen und das Haus zu verlassen, bin ich jetzt doch etwas melancholisch und besorgt, in wenigen Wochen wieder arbeiten zu gehen. Wir hatten uns in der Schwangerschaft schon sehr auf mich Vollzeit daheim gefreut und jetzt ist sie vorbei. Doch dazu in einem anderen Posting.

All in all ist das Leben mit Finn einfacher und schöner, wenn auch noch nicht super simple. Untertags schläft er nach wie vor nur getragen, geschoben, gehöppelt oder am Busen (und insgesamt um die 2h am Tag, was eher wenig ist) und nachts wärs auch fein, wenn er sich mehr aufs schlafen und weniger aufs wieder aufwachen konzentrieren würd. Aber er weint viel weniger. Insgesamt hab ich das Gefühl dass er endlich auf Planet Erde 'angekommen' ist, gerne auf der Welt ist und sich in unserer klein-feinen Familie wohl fühlt.

Ein Ausblick:
Den Dezember und Weihnachten werden wir in unserer Wohnung in Garsten mit unseren Familien verbringen. Kurz vor Silvester gehts zurück nach Brüssel und ab 3. Jänner geh ich dann wieder arbeiten, 3h 45 min am Tag.
In den nächsten Tagen versuchen wir die erste Beikost. Karottenbrei wird es werden - nach 5 Monaten an Plastik und Plüsch saugen, wird er wohl sogar Karotte geil finden.