Donnerstag, 30. Dezember 2010

Ein Karenz-Rückblick

Nach 6 Monaten Karenz beginne ich nächste Woche wieder zu arbeiten und möchte den folgenden Rückblick mit euch teilen:

* Habe seit Finn's Geburt nie länger als maximal 3h am Stück geschlafen und wurde monateland nachts im Stundentakt aufgeweckt. Eine Durchschnittsnacht bedeutet ca. 6 mal stillen in 10 Stunden.
* Konnte nicht selbst bestimmen, wann ich dusche, esse, schlafe, einkaufen geh etc.
* Habe 6 Monate lang alle 2-3 Stunden gestillt, das sind in Summe ca. 200 Stunden reine Stillzeit.
* Hatte ein Familienbett bzw. ein Mama/Baby-Bett Arrangement, obwohl das so nicht geplant war
* Konnten nirgends mit dem Auto hinfahren, weil Schnipskind sich nach 5 Minuten die Seele aus dem Leib gebrüllt hat, ausser es musste unbedingt sein. (Geh halt ungern zu Fuss zum Flughafen.)
* Bin stundenlang mit Finn in der Babytrage am Hüpfball gesessen und hab dabei Serien geschaut (Greys Anatomy, Private Practice und Scrubs - meine Neuentdeckung - sehr empfehlenswert, ich musste oft so lachen, dass ich Finn versehentlich wachgelacht hab hab)
* Hab gelernt mit einem Tragetuch umzugehen und hab Finn im letzten halben Jahr im Schnitt 2h / Tag getragen, das sind rund 400 Stunden reine Tragezeit!
* Konnte in den ersten 4 Monaten keinen Kinderwagen benutzen, was Finn sich nicht weglegen ließ.
* Wir waren täglich mindestens 2 Stunden draußen, denn da hat Bub am besten geschlafen und Jenti den meisten Spass.
* Wir sind in 6 Monaten 8x geflogen - 7x ein Horror.
* Hab unfreiwillig als Lebendschnuller herhalten müssen weil Sohnemann das Original dem Schnuller bevorzugt.
* Hatte minimalstes Erwachsenenleben oder Zeit für meinen Mann weil ich gemeinsam mit Finn um halb 8 schlafen gegangen bin - nur so konnte ich den folgenden Tag irgendwie überstehen.
* Ich habe viele andere Eltern und Menschen kennengelernt, noch nie war es so leicht mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen.
* Hab zu vielen Babydingen einen haufen an Ratschlägen bekommen, manche weniger erwünscht wie andere. Hab die Erfahrung gemacht, dass jeder seinen eigenen Weg gehen muss da jedes Baby anders ist.

Insgesamt war das halbe Jahr Karenz völlig anders als geplant. Ich dachte ich würde total viel mit Sohnemann unternehmen können, Freundinnen besuchen und lustige Sachen unternehmen. Doch ich war noch nie soviel daheim wie in den vergangen 6 Monaten. Ich hatte mir die Zeit daheim schöner und aus irgendeinem Grund erholsam vorgestellt. Nix tun ausser Baby - da würde mir bestimmt schnell fad werden. Dem war nicht so. Die Zeit mit Finn war unglaublich anstrengend und kräfteraubend. Wir sind mächtig stolz und froh dass wir es schon 'so weit' geschafft haben und dass unser Bub so ein superhappy smily little trooper ist. Eine Ära ist zu Ende und ich freu mich auf eine neue Zeit, wo es gilt Famile und Beruf unter einen Hut zu bringen - piece of cake, no?