Sonntag, 24. Juli 2011

Finn im 2. Lebensjahr: 13 Monate





Das 13. Lebensmonat war cool.

Flo und ich sind zum ersten Mal seit 13 Monaten abends alleine weggegangen! Sushi und Kino - was sonst. Nach dieser Generalprobe fuhren wir optimistischen Herzens ohne Finn auf Meli und Ralph's (Traum)Hochzeit. Auch das lief sehr gut abgesehen davon dass ich alle 3h aufs offene Feld hinauslaufen musste, um Empfang in meinem Handy zu orten und zuhause nach dem Rechten zu sehen.

Doch nicht nur ohne Finn sondern auch mit ihm hatten wir viel Spass und viele 'firsts': den ersten Radausflug ins Reichraminger Hintergebirge, erstes Mal im Sandhaufen buddeln, erstes Mal einen live Hasen streicheln!

Eines der größten waren wahrscheinlich Finn's erste Schritte:

2 kleine Schritte für die Menschheit, aber 2 RIESENSCHRITTE für uns!

Es hätte nicht schöner sein können: es passierte am letzten Tag in der Heimat, umringt und bezeugt von Mama, Papa, Oma und Jenti.
Plötzlich kam er auf die Idee, statt vom an der Wand stehen-hinhockerln-wegkrabbeln-irgendwo anders wieder aufstehen, er auch gleich den shortcut nehmen könnte und einfach rübergehen könnte.

Mittlerweile sind wir bei ca. 4 Schritten, wobei er den Oberkörper wie ein gackerndes Huhn nach vorne beugt und meistens voller Stolz in meine Arm stolpert.

Bravo Finn!

Abgesehen vom Gehen hat er auch noch viele andere Dinge dazugelernt: klatschen, sich selbst verstecken und dann mit lautem 'Gaga' Schrei hervorspringen, selbst mit der Gabel essen, nicken, die Zeichen für 'ich will heim', 'ich hab Hunger' und 'ich mag nicht mehr essen' machen, selbst rutschen und Bussis aufn Mund geben (wobei er noch nicht geschnallt hat, dass man den Mund beim Busseln zumacht und es so eher einem einseitigen feuchten Zungenkuss aussieht)

Zurück in Brüssel geht es weniger lustig zu: Es regnet seit 2 Wochen ununterbrochen, es ist kalt, Finn schläft wieder (um einiges) schlechter und ich hatte die 2. schwere Brustenzündung in 3 Wochen. Dazu zum Schluss eine kleine Anekdote um zu zeigen, wie Scheisse viele der mir bis dato untergekommenen belgischen Ärzte sind:

ich: Ich komme wegen einer Brustentzündung.
Arzt: (schaut fassungslos) Hä? Brustentzündung? Woher haben Sie denn eine Brustentzündung? (Finn sitzt auf meinem Schoss)
ich: naja, vom Stillen halt
Arzt: WAAAAS? WOW? Sie stillen noch? (schaut ungläubig auf meinen Sohn) Wie alt ist denn der?
ich: 13 Monate. (wütend zischend:) Was wollen Sie denn damit sagen? (funkel ihn mit bösen Augen an.)

Gut, vom dahergelaufenen Durchschnitts-Belgier würd ich mir nichts anderes erwarten, aber von einem Arzt? Warte, es wird noch besser:

ich: (barbusig vor Arzt stehend ob Beguatchtung der wahnsinnig schmerzhaften Brust)
Arzt: stupst mit einem Finger in die gesunde Brust und dann in die entzundene und meint dann überrascht: Sie haben aber kleine Brüste dafür dass sie stillen.

Ich mein, gehts noch??? What the fuck fuck fuck? Ich sag ja auch nicht 'Sie sind aber besonders hässlich obwohl sie Arzt sind?' Die restliche Konsultation ist nicht viel besser verlaufen, der Typ kann froh sein, dass ich ihm sein Honorar bezahlt hab und ab auf nimmer wiedersehen, Arschloch.

Welcome back to Belgium. Watch it, die Tage und Wochen sind gezählt!