Montag, 12. März 2012

Ein 3. Kind?

Fragt mich mein Mann neulich, ob ich ein 3. Kind wollen würde (Betonung auf Konjunktiv). Eine etwas eigenartig anmutende Frage, wo noch nicht mal das 2. auf der Welt ist, oder?

Florian ist sich da ja recht im klaren, zumindest mit sich selbst: Nicht mehr Kinder im Haus als Erwachsene. Zwei reichen also voll und ganz.

Bei mir ist die Beantwortung dieser Frage doch etwas diffiziler und schwankt von 'Ich will eigentlich gar keine Kinder' (well, I guess a little too late for that...) und 'Ja, ein 3. Kind kann ich mir schon vorstellen'.

Diese sehr launenhafte Einstellung zum Thema Kinder-haben und -wollen war bei mir eigentlich immer schon da. Als Au-pair wollt ich überhaupt keine Kinder. Kinder waren für mich das allerletzte. Dann kam irgendwann die Zeit, wo man sich halt denkt, ja irgendwann werden wohl Kinder kommen. Und da wir mit einer Fruchtbarkeit gesegnet sind, die ihresgleichen sucht, kenn ich auch diesen sehnlichen Kinderwunsch nicht, den viele in meinem Umkreis jahrelang hegen, bis sich der Nachwuchs endlich einstellen will. Unsere 2 Buben waren praktisch über Nacht einfach 'da'. Obwohl ich jetzt Mama bin, würd ich mich nicht als kinderlieb bezeichnen. Fremde Kinder dulde ich mehr, als dass sie mich interessieren.

Für mich ist Kinderhaben die größte und schwerwiegendste Veränderung und Aufgabe in meinem Leben. Ein Fluch und ein Segen zugleich.
Vor Finn lag mir die Welt zu Füssen. I had it all. Ich war frei und flexibel, hab die Welt erobert, mich beruflich etabliert und wohl gefühlt. Ich glaub schon, dass es für mich und 'meinesgleichen' schwerer ist, plötzlich Mutter zu sein, als für eine 20-jährige, die noch nie aus ihrem Dorf rausgekommen ist, die praktisch vorprogrammiert war auf 'Hauptschule, Lehre, heiraten, Kinder kriegen'. Dass ich jemals freiwillig nach Steyr, 'aufs Land' zurück ziehe, wer hätte das gedacht? Ich am allerwenigsten. Eltern werden machte uns von einem Tag auf den anderen erwachsen. Ob wir wollten oder nicht, plötzlich gings nicht mehr nur um uns und möglichst viel Spass und Abenteuer im Leben, sondern wir hatten und haben nun Verantwortung für ein klitzekleines Lebewesen, das wir in die Welt gesetzt haben. Wohl die größte Verantwortung, die ein Mensch haben kann.

Zurück zur Ausgangsfrage:

NEIN - kein 3. Kind!!!
Super, dass uns die 2 Buben so knapp nacheinander gelungen sind und wir somit irgendwann 2013/14 ausm Gröbsten heraussen sind. Dann simma noch nicht zu alt, um unser Eheleben in vollen Zügen zu geniessen, zu reisen, unser Leben als Erwachsene zurückzuerobern und zu leben. (wobei mir ja schwant, dass sich auch nach 2014 sehr viel wie Urlaubsplanung, Schule usw. um die Kinder drehen wird)
Wenn ich wieder mal im Mütterchor bei 'Ringe-Ringe-Reia' oder 'Tschu-tschu-tschu die Eisenbahn, wer will mit zur Oma fahren' miteinstimme, Finn bei Hoppehoppe-Reiter oder 'Müller Müller Sackerl, die Jenti macht ein Gackerl' quietscht und jucheizt, vermiss ich mein Arbeitsleben sehr. Ich hab immer gern und gut gearbeitet und intellektuell verkümmert man schon einigermassen, wenn man die Tage mit einem Kleinkind verbringt, dessen größter Spass darin besteht, Steine die Rutsche runterzuschmeissen, sie dann wieder aufzusammeln, um sie erneut die Rutsche runterzuschmeissen, manchmal 50x hintereinander. Abends bin ich einfach so erledigt, dass ich kaum Kraft hab, ein Buch zu lesen oder eine Freundin anzurufen. Und schon wenige schlaflose Stunden später, grüßt das Murmeltier erneut.

JA - 3. Kind

Dann gibts halt auch die Momente, wo ich vor Liebe zu meiner Familie und zu meinem Sohn zerspringen könnte. Wenn er mit seiner Puppe zu Kindermusik im Kreis tanzt oder mich streichelt und mir ein Bussi gibt, wenn ich mir wo weh getan hab. Gestern hat er mir einen Apfel ans Bett gebracht, als ich einen kleinen Mittags-power-nap machte. Oder vor kurzem, als wir beim H&M waren, hab ich ihn aus den Augenwinkeln beobachtet, wie er sich den Ständer mit Ketterl und Mädchen-Haarspangerl ganz genau angesehen hat. Jede Kette hat er einzeln angeschaut, angegriffen, hin-und her gewendet und sich gefreut wie ein Osterhase. oder er bringt mit beim Billa einen ebensolchen (Osterhasen), sagt 'Hase' und macht mit den Mund eine 'Hase isst Karotte'-Grimasse und kichert dabei.
Solche kleinen aber superfeinen Momente kann wahrscheinlich nur eine Mama nachvollziehen, aber da macht mein Herz einen Hupfer und ich bin irrsinnig stolz und dankbar über unser wunderbares Kind. Wir drei haben schon so viel geschafft und durften mit und durch Finn so viel lernen und als Menschen wachsen. Was gibt es schöneres im Leben? Wozu lebt man, wenn nicht dafür?
Neben diesen 'emotionalen' Gründen, gäbe es auch noch ganz pragmatische Gründe für ein 3. Kind: die Chance, auch noch ein Mädchen zu bekommen (oder mit 3 Buben in die Geschichte einzugehen) bzw. die oft zitierte Tatsache, dass es mit 3 Kindern angeblich leichter sein soll als mit 2.

So bald wird es wohl keine Antwort auf diese Frage geben. Sie ist ja auch sehr sehr sehr weit hergeholt. Jetzt kommt mal unser 2. Kind und dann werden wir schon sehen, was das Leben noch so an Überraschungen mit sich bringt.

Samstag, 10. März 2012

Die Ruhe vor dem Sturm

Endlich haben wir auch zuhause in einen Rhythmus gefunden. Finn und ich tummeln uns am vormittag in vielfältigen Spielrunden, dann gibts 'njam njam', gefolgt von heiti heiti. Danach Nachmittagsprogramm je nach Wetter und Laune. Abendessen. 4x Müller Müller sackerl und ab ins Badezimmer Zähneputzen. Pünktlich zum TV-Hauptabendprogramm schläft der kleine Mann (meistens). Noch den Hund schnell abend-scheissen-tragen und dann endlich, das highlight des Tages: 2h mit meinem Schatz.

Das Wetter wird wärmer, wir sind fast alle wieder gesund, Finn ist nach seinen narrischen Tagen Anfang Februar wieder super drauf und hat viel Spass mit seinen Grosseltern, Tanten, Onkeln und Kusöns und Kusinen.

Also wenns nach mir ginge, und mein Bauch nicht schon hängebauchschweinmässig am Boden streifen würde und ich mich nicht nachts kaum noch ohne fremde Hilfe umdrehen könnte, könnte es gerne so weitergehen wie es zur Zeit läuft. Und irgendwie haben Flo und ich auch das Gefühl, es geht so weiter. Dass wir bald ein Neugeborenes im Haus haben werden, ist (noch!!) total unwirklich. Sicher, die Krankenhaustasche ist schon 3x ein-aus-eingepackt, Namen gibts in Hülle und Fülle zur endgültigen Auswahl am Tag x, Babystrampler in Größe 50-56 liegen bereit, der Stubenwagen steht erwartungsvoll und frisch beleintucht im Wohnzimmer, sogar eine Taufpatin haben wir schon!

Wir wissen nicht ob wir uns fürchten oder freuen sollen auf das, was bald kommt. Also tun wir irgendwie keines von beiden und lassen es einfach auf uns zukommen. Auch wenn wir manchmal darüber reden, wie es werden wird, wirklich vorstellen können wir es uns eh nicht, wie es mit 2 Babies im Haus funktionieren wird. Wie werden die Nächte sein? Wie wird Finn reagieren? Wie werd ich es schaffen, beiden gerecht zu werden? Wird auch noch Zeit für uns als Paar über bleiben? Das fürcht ich eigentlich am meisten: die hart erkämpfte und lang ersehnte Freizeit wieder einzubüßen. Wieder völlig, komplett und zu 150% im Babysumpf zu versinken.

Aber gut, egal wie tiptop wir auf das bevorstehende Ereignis nicht oder schon vorbereitet sind, es WIRD passieren and its inevitably gonna hit us like a rock in the face. Und dann werden wir es so halten, wie bisher in unserer crazy Zeit als Jungfamilie: one day at a time.

Donnerstag, 1. März 2012

Finn 20 Monate




Seit 1 Monat sind wir nun schon wieder in Österreich. Vorgestellt hatte ich mir diese erste Zeit als ruhig, entspannend, ankommend, gemütlich. Leider traf sich das mit der Realität so gar nicht. Das Auspacken dauerte fast das gesamte Monat. Das Wetter war schweinekalt sodass wir mit Finn kaum hinauskonnte, nochdazu wo er eh so ein Geh-fauler ist und somit sehr schnell zum Eiszapfen mutieren würde.

Das Schlimmste war allerdings das viele Krank-sein: Zuerst hatte Finn einen schlimmen Durchfall-Virus, der uns 2 Horror-Tage im LKH Steyr bescherte. Sogar Jenti hatte (laut Tierarzt) Halsweh und musste mit Schi-touren gehen pausieren. Dann war Florian ziemlich krank und als es bei ihm langsam bergauf ging, fings bei mir an. Krank und hochschwanger bin ich im Selbstmitleid zerflossen. Danke an meinen Superman-Ehemann und meine Mutter, dass wir diese anstrengenden Wochen gemeinsam überstanden haben - ohne deren Hilfe wär gar nichts mehr gegangen.

Jetzt wo wir alle so mehr oder weniger gesundet sind, kommt Gott sei Dank der Frühling. Und last but not least unser 2.Kind! Der Countdown läuft - keine 3 Wochen mehr bis zum D-Day! Finn gibt dem Babybauch fleissig Bussis und cremt ihn morgens liebevoll ein. Auch seines Bruders Stubenwagen hat er schon probegelegen. Nehm ich aber seine Puppe Anton ins Tragetuch (üben üben üben) - begehrt er mit den Worten 'gagen!!!!' (=tragen) lauthals und wippend die kleinen Ärmchen in die Luft streckend auf. Bin gespannt, wie das alles werden wird, die geplante Geburt im Wiener Geburtshaus, Finn als großer Bruder, die Nächte mit einem Neugeborenen, nebenbei Wohnung/Haus suchen, etc.
Ich kann es kaum erwarten, nicht mehr schwanger zu sein, nicht weil ich Neugeborene so klass find, sondern weil ich (hoch)schwanger sein so 'un-klass' find. Aber gut, es stimmt schon auch, dass wir uns freuen, den kleinen Mann kennenzulernen und in unserer Familie begrüßen zu dürfen!!